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Empfehlung für Unternehmen, die sich engagieren wollen:

Wir haben inzwischen selbst Erfahrungen gesammelt und mit vielen Unternehmen gesprochen. Es bleibt derzeit noch eine echte Herausforderung für Unternehmen, den richtigen Weg zu finden – allein die viel verschiedenen Formen von Praktika machen die Entscheidung nicht leichter.

Zentraler Baustein für eine schnelle Integration ist eine Beschäftigung in einem Unternehmen, das Kennenlernen von Abläufen, der tägliche Austausch. Damit auch zum Beispiel der Abgleich von vorhandenen Abschlüssen mit den deutschen Abschlüssen.

Wir schlagen dazu folgenden Weg vor, um möglichst viele Menschen den Start zu erleichtern:

Unser Fazit:

Wir halten diese Einstiegsvariante mit insgesamt ca. 3 Monaten für sehr sinnvoll, für beide Seiten. Natürlich müssen Unternehmen verantwortungsvoll damit umgehen, also Flüchtlinge nicht als kostenlose Arbeitskräfte missbrauchen. Umgekehrt ist jedem Unternehmer klar, dass es intern Arbeitszeit (Geld) kostet, einen Flüchtling (wie jeden Praktikanten) über drei Monate in seinem Betrieb zu integrieren – im Rahmen seiner Corporate Social Responsibility.

Registrieren Sie sich als Unternehmen, 
stellen Sie dann die Möglichkeit zur Hospitation online!

Phase 1: Hospitation (4-6 Wochen)

Wenn ein Unternehmen sich für ein Engagement entscheidet, ist eine Hospitation direkt möglich und kann zwischen dem Flüchtling und dem Unternehmen vereinbart werden. Das Unternehmen sollte vorab intern seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter fragen, wer sich vorstellen kann, über einen Zeitraum von zum Beispiel vier Wochen von einem Flüchtling in seiner Arbeit begleitet zu werden. Dies ist wichtig für die Suche, weil diese beiden Personen sich letztlich z.B. in einer gemeinsamen Sprache verständigen müssen.

Eine Hospitation besteht dann, wenn ohne Eingliederung in den Betriebsablauf lediglich als „Gast“ Kenntnisse über den betrieblichen Ablauf erlangt werden sollen, ohne dabei betriebliche Arbeitsleistungen von wirtschaftlichem Wert zu verrichten. Ein Hospitant sieht sich den Betrieb und die Arbeitsabläufe an. Er schaut den im Betrieb regulär Beschäftigten „über die Schulter“. Eine Hospitation können also auch Personen mit einer Aufenthaltsgestattung innerhalb der ersten drei Monate sowie Personen mit einer Duldung trotz Vorliegen eines Arbeitsverbots absolvieren. Eine Hospitation stellt keine Beschäftigung im Sinne des § 7 SGB IV dar.

Falls Sie als Unternehmen ihr Angebot "Hospitation" nicht öffentlich machen möchten, weil ihnen intern die Strukturen zur Verarbeitung von zum Beispiel vielen Bewerbungen auf englisch/arabisch fehlen, geben Sie uns einen Suchauftrag mit den passenden Kriterien. Wir informieren dann passende Personen aus unserer Datenbank, sich bei Ihnen zu bewerben.

Phase 2: Betriebliche Maßnahme zur Aktivierung und beruflichen Eingliederung (30 Tage, 6 Wochen)

Nach der Hospitation können beide Seiten leichter abschätzen, ob die erste Integration gut funktioniert hat, hier darf man die sprachlichen Barrieren nicht unterschätzen. Beide Seiten können sich dann zu einer weiteren Zusammenarbeit entscheiden, in Abstimmung mit der örtlichen Arbeitsagentur. Dabei werden dann auch zum Beispiel ggf. anfallende Fahrtkosten von der Arbeitsagentur übernommen. Interessant dabei, die sechs Wochen können auch geteilt werden in zum Beispiel zweimal drei Wochen mit einer Woche Pause dazwischen. Falls der Flüchtling parallel  einen Deutschkurs besucht, kann dieses 30-Tage-Praktikum auch flexibel aufgeteilt werden, 4 Tage Woche etc.

Eine Betriebliche Maßnahme zur Aktivierung und beruflichen Eingliederung ist ein maximal sechswöchiger betrieblicher Anteil im Rahmen einer Förderung durch die Arbeitsagentur gem. § 45 SGB III. Ziele sind die Feststellung der beruflichen Eignung und die Verringerung und Beseitigung berufsfachlicher Vermittlungshemmnisse. Betriebliche Maßnahmen begründen kein Beschäftigungsverhältnis.

Phase 3: Entscheidung nach ca. 3 Monaten

Nach ca. 3 Monaten, die schon ein erheblicher Beitrag zur Integration sind, muss eine Entscheidung getroffen werden, welche beruflichen Perspektiven existieren. Aber schon eine Rückmeldung des Unternehmens, welche Ausbildungen für den Flüchtling interessant sind, hilft diesem sehr. Natürlich ist die Wunschvorstellung, dass nach diesen 3 Monaten mittelfristig eine Ausbildung oder ein sozialversicherungspflichtiger Job entsteht – dies ist aber unmöglich vor Beginn der Hospitation vorherzusehen. Der Flüchtling hat aber über die 3 Monate schon viele Dinge im deutschen Arbeitsmarkt kennengelernt, auch die Praktikumsbescheinigung hilft ihm für den späteren beruflichen Einstieg. Nach den drei sinnvoll genutzten Monaten ergeben sich vielleicht neue Möglichkeiten, auch über die Arbeitsagentur. Das Asylverfahren ist dann vielleicht auch schon abgeschlossen.